Jahresbilanz 2024: Die HWB steht für mehr als städtischen Wohnungsbau
Die HWB ist wirtschaftlich weiter auf dem Erfolgsweg. Trotz unsicherer Förderlandschaften, Baukostensteigerungen und komplexen Verfahrensprozessen packt die HWB auf gewohnt verantwortungsvolle Weise an – im Bestand und bei neuen Projekten. Im Jahr 2024 erwirtschaftete die HWB einen Jahresüberschuss von 657.000 Euro, die Eigenkapitalquote liegt bei 27,3 Prozent. Der Überschuss verbleibt in der Gesellschaft und wird investiert. In den Bestand flossen 2024 knapp 4,9 Millionen Euro.
„Es ist wichtig, eine gute und stark aufgestellte Wohnungsbaugesellschaft zu haben, die mittlere und niedrige Einkommen bei der Schaffung von Wohnraum im Blick behält. Deshalb haben wir unsere hundertprozentige Tochter als Kreisstadt seit 2019 mit insgesamt 11,5 Millionen Euro unterstützt“, sagte Christian Vogt, der in Kürze mit dem Ende seiner Amtszeit als Bürgermeister auch den Vorsitz als HWB-Aufsichtsratsvorsitzender, welchen er kraft Amtes innehat, an seinen Nachfolger abgibt.
Vogt zieht eine positive Bilanz: „Trotz schwierigster Bedingungen – von der Corona-Zeit, den Auswirkungen des Ukraine-Krieges, gestiegenen Energie- und Baukosten bis hin zu weggefallenen Fördermitteln –, konnten wir viele Projekte wie die neue Stadtbücherei, das Wohnen-Projekt „WIR am Klingenborn“ erfolgreich fertigstellen.“ Er verwies auch auf die Veranstaltungsfläche in Diedenbergens Ortsmitte und die „Neue Dorfmitte“ mit KiTa
in Lorsbach. Mit dem Neubau des Übergangswohnens in der Rheingaustraße mit 29 Wohneinheiten steht bereits der nächste Bauprojektstart kurz bevor.
Der Vorsitzende der HWB-Geschäftsführung Norman Diehl sagt: „Im Juni 2024 haben wir auch den Neubau des Stadtteiltreff Nord fertiggestellt. Er ist wieder zu dem wichtigen und beliebten Platz für Begegnungen und Veranstaltungen im Quartier geworden, zu dem er sich über viele Jahre entwickelt hat.“ Zusätzlich seien in dem Gebäude vier neue geförderte Wohnungen entstanden. „Dieses Projekt ist ein Paradebeispiel für unseren Slogan ‚Stadt machen‘“, erklärt Diehl. „Als Unternehmen bzw. Arbeitgeber bewegen uns auch Themen wie die fortschreitende Digitalisierung, Klimawandel und Nachhaltigkeit sowie der demografische Wandel.“ So habe man sich als Ausbildungsbetrieb weiter etabliert, biete jungen Menschen eine fundierte Ausbildung im Bereich Wohnungswirtschaft und investiere in die Personalentwicklung und gute Arbeitsplätze.
Das Kerngeschäft der HWB bleibt aber die Schaffung und der Erhalt bezahlbaren Wohnraums. Öffentlich gefördert sind 38 Prozent der Wohnungen im HWB-Bestand, 62 Prozent sind frei finanziert. Wie im bundesweiten Durchschnitt sinkt der Anteil an gefördertem Wohnraum auch im HWB-Bestand. „Wir stemmen uns gegen den Trend. Unser Ziel ist, zusätzlich neue geförderte Wohnungen zu bauen und, dass frei finanzierte Wohnungen bezahlbar bleiben“, erläuterte Diehl. Dabei seien nicht nur kleine Einkommen, sondern auch der Mittelstand weiter die ausdrückliche Zielgruppe.
Das Engagement zeigt sich in den durchschnittlichen Mietpreisen in Hofheim: Der Quadratmeterpreis (Quelle: Immoscout24) im Internet liegt bei knapp unter 14 Euro über alle Wohnungstypen hinweg. Die HWB ruft im Durchschnitt über alle Wohnungstypen hinweg, inklusive geförderter Wohnungen, 6,80 Euro pro Quadratmeter auf. Bei den frei finanzierten sind es 7,40 Euro. Der Druck durch die Nachfrage nach Wohnraum bleibt hoch: Über
2.000 Menschen suchen eine Wohnung bei der HWB. Das sind 860 Haushalte, von denen 60 Prozent im öffentlich geförderten Bereich suchen und 40 Prozent bei freifinanzierten Wohnungen.
Eines der bisher größten Neubauprojekte der HWB mit 64 Wohneinheiten, das „QuartierHochVier“ in Hofheim-Nord, soll nun auch bald beginnen. Erste bauvorbereitende Maßnahmen sind bereits erfolgt. „Wir gehen von einem Baubeginn noch in diesem Jahr aus“, berichtet HWB-Geschäftsführer Josef Mayr, der die bauliche Umsetzung verantwortet. Ein weiteres großes Themenfeld bleibt die energetische Sanierung. Bei den Bestandsgebäuden Am Forsthaus 23 und 23a in Marxheim wurden die Arbeiten abgeschlossen. Die Sanierung im Königsberger Weg 44 in Marxheim mit 40 Wohneinheiten musste leider verschoben werden, da Fördergelder ausblieben. „Wir reagierten darauf schnell und starteten umgehend die Planung für die Sanierung der Sportplatzstraße 7“, erläutert Josef Mayr. Dort investiert die HWB etwa eine Millionen Euro. Im Frühjahr 2026 soll die Sanierungsmaßnahme in Langenhain abgeschlossen sein.
Für die kommenden Jahre kündigen sich weitere Großprojekte bei Neubau und Quartierentwicklung an. An der Hattersheimer Straße wird die HWB im City-Quartier-Hofheim der Projektgesellschaft Horn 87 Wohneinheiten entwickeln und in Marxheim sollen im Zuge der Quartiersentwicklung in Berliner Straße und Chattenstraße Gebäude aufgestockt werden.